Wien: mein erster 10ner und der Wings for life run

Ja wie ihr bereits wisst war ich letztes Wochenende in Wien. Endlich mal wieder muss man dazu sagen. Ich liebe dieses Land und diese Stadt einfach. Diesmal war es aber kein normaler Sightseeing Urlaub sondern ein wunderbares und Erlebnisreiches Laufwochenende. Geplant war mein erster 10ner und ein kleiner App run mit dem Wings for life Event. Ich muss sagen es kam tausend mal besser als erwartet.
Fangen wir aber mal ganz vorne an. Ich würde sagen, mit der Anreise. 14 Stunden unterwegs sein schlaucht ganz schön. Obwohl ich Zug fahren liebe, neigte sich meine Geduld langsam aber sicher dem Ende zu. Zu dritt in einem 6 Personen Abteil, davon zwei Fremde. Diese Situation gehört definitiv nicht zu meinen liebsten. Da ich von Köln aus mit einem Euronight Zug gefahren bin, kam auch der Wunsch bei mir auf ein paar Stunden zu schlafen vor dem großen „Tag“ bzw. dem Lauf. Meinen ersten Lauf über 10 km. Ich muss zugeben ich war schon ein bisschen nervös. Am Anfang gar nicht aber je näher wir Wien kamen desto schneller wurde mir bewusst was ich mir da überhaupt vorgenommen habe. Um das Thema Anreise abzuschließen kann ich noch zwei Sachen sagen. Erstens geschlafen hab ich kaum, was auf diverse Gründe zurückzuführen ist. Ich hatte keinen Platz, es war super unbequem, ich saß Rückwerts, hatte Angst beklaut zu werden und Angst den Endbahnhof meiner Reise zu verschlafen. Und Zweitens sage ich nur „Deutsche Bahn und ihre Pünktlichkeit“.
Samstag, 06.05.2017 gegen 9:11. endlich fährt mein Zug in den Bahnhof ein. Die Nervosität steigt noch mal an. Dann treffe ich auf @yoci.photograph , bei dessen Familie ich übernachten durfte und herzlich aufgenommen wurde. Ab dem Moment war dann auch die Aufregung weg und die Sorgen ob es eine gute Idee war und ob alles klappt. Es war eine der besten Ideen, die ich dieses Jahr hatte. Wir haben uns auf dem Weg zu ihm Nachhause gemacht und langsam schweiften meine Gedanken wieder zum Lauf. Nur noch 4 1/2 Stunden. Es war bereits um neun Uhr schon super heiß. Die Panik überkam mich, denn seit ich „trainiert“ habe, war es einfach noch nie wärmer als 15 Grad. Ich wusste, dass mir die Wärme zu schaffen machen würde. Denn das tut sie immer. Wenn man mich fragt ob Winterurlaub oder Sommerurlaub tendiere ich ohne zu überlegen immer zum Winterurlaub. Ich hasse die Hitze einfach, vorallem wenn ich Laufen will. Die Zeit verging immer schneller, bald war es 12 und wir sollten uns Abfahrbereit machen. Nur noch zwei Stunden bis zum Start. Die Sonne knallte und von Wolken und Wind war überhaupt keine Rede. Ich wusste schon von Anfang an, dass ich die 1:10 Zielzeit, nicht erreichen kann. Aber ich wollte ja auch keine Bestzeit laufen, sondern einfach nur Ankommen. Und das bin ich. Zwar 14:04 Minuten später als geplant und als Vorletzte, an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Yannick, der trotz letztem Platz den zweiten in seiner Altersklasse belegt hat. 

Gefühlt oder vielleicht auch in Wirklichkeit bin ich mehr gegangen als gelaufen aber das spielt jetzt auch keine Rolle mehr. Die Bedingungen waren nun mal nicht die besten, kaum Schlaf, nicht gelegen, die Aufregung bei bis Dato fremden Leuten zu sein und die Hitze an diesem Tag wünscht sich sicherlich niemand aber wenn es so ist, muss man es hinnehmen und das beste daraus machen. Vielleicht schaffe ich den Nachtlauf in meiner gewünschten Zeit von 1:10. Bis dahin werde ich auf jeden Fall noch ein paar längere Läufe in meinen Traningsplan integrieren und auch nicht die Sonne scheuen, denn ich habe gelernt, dass man ihr nicht immer entweichen kann.

Nichtsdestotrotz ein wunderbares Erlebnis (Danke dass du mein“ Mimimi“ hast über dich ergehen lassen.) 

Noch am selben Tag nach dem Lauf, sind wir zusammen mit seiner Mutter und Schwester zur Startnummern Ausgabe des Wings for Life Wien gegangen. Die beiden sind nämlich „richtig“ mitgelaufen. Wir haben uns ja aus diversen Gründen für den App Run entschieden. Wie ich im Nachhinein feststellen muss, war es auch eine sehr gute Entscheidung, denn das Wetter war zu Beginn ungefähr so wie am Vortag.
Sonntag, 07.05.2017, der Tag des Wings for Life. Überall in Wien laufen sie mit den leuchtenden T Shirts rum, bei 14.000 Startern geht da einem das Läufer-Herz auf. Nach langer Ungewissheit haben wir uns gegen eine Laufstrecke vor der Haustür entschieden und für (fast) den selben Start wie die offiziell angemeldeten Läufer. Zunächst haben wir uns den Start angesehen. Wahnsinnig wie sie dort losrennen und wie viele es tatsächlich sind. Nach ein paar Minuten sind auch wir, mit dem Handy in der Hand losgelaufen. Wetter war wie am Vortag, mal wieder viel zu warm. Trotzdem sind wir los, denn wir Laufen für die, die es nicht können. Wir hatten uns eine 5km Runde vorgenommen, bei der wir immer mal wieder mit den anderen Läufern auf der Strecke waren, dass war wirklich unbeschreiblich schön. Trotz der vielen Menschen sind wir in der Menge auch noch seiner Mutter und Schwester begegnet. Die beiden haben 13 km geschafft. Starke Leistung und herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle. Yannick und ich habe 6,3 und 6,9 (dem Schlusssprint sei dank), geschafft. Als wir fertig waren, fing es dann an zu regnen. Schade, dass das nicht schon eine Stunde eher beginnen konnte. Aber für die anderen war es sicherlich eine Willkommene Abkühlung. Wir sind dann im strömenden Regen zur U Bahn zurück. Kalt war es Gottseidank nicht und in der Bahn lag auch dank des Regens, kein Schweißgeruch in der Luft. Zurück daheim haben wir die letzten 400 Läufer und Läuferinnen im Livestream verfolgt. Wirklich grandiose Leistungen. Selbst Flo haben wir zum Schluss ein paar mal gesehen. Der Kerl hat einfach 83 km abgerissen. Wahnsinn. Erster war ein Schwede im Rollstuhl, der in Dubai bei 35 Grad in der Nacht gefahren ist. 93km ist ein neuer Weltrekord und eine super klasse Leistung. Ich fand das so berührend, ich hätte heulen können ( wenn ich alleine gewesen wäre). 


Danach wollte wir eigentlich noch zum Hundertwasser, aber wegen Regen, Müdigkeit und Faulheit, haben wir uns noch einen schönen und lustigen Abend auf dem Sofa gemacht und die Wahl In Frankreich verfolgt. Zum Glück gab es einen positiven Ausgang, denn nach den USA hätte ich dass nicht nochmal verkraftet.
Montag, 08.05.2017, 11:52 ich sitze auf dem Sofa und warte darauf dass die anderen Heimkommen. Am liebsten würde ich hier bleiben, ich will nicht zurück nach Deutschland. Aber zum Glück komme ich schon ziemlich bald wieder nach Österreich zurück. Wenn ich heute Nacht nachhause komme ( oder morgen früh), auf die Angaben sollte man sich nicht verlassen, bin ich wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Ich werde direkt von Morgen bis Freitag bei einem Zahnarzt Probe arbeiten. Auch wenn es noch einige Stunden hin sind, ich bin jetzt schon super nervös. Genug geredet Ich werde meine Tasche packen und noch die letzten Stunden vor Ort genießen, bevor ich mich wieder ins Bahnchaos begebe.

Wir sehen uns 

Runninglenchen 
Ps. Hat jemand von euch beim Wings for Life Lauf mit gemacht. In einer der Städte oder per App? Ich würde mich freuen, wenn ihr mir von euren Erfahrungen erzählt.

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